I-KON informiert: Anforderungen der AwSV für Lackieranlagen

Hier finden Sie eine kurze Zusammenfassung der aus unserer Sicht wesentlichen Anforderungen der neuen AwSV (Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen), die wir in Zusammenarbeit mit der Firma Denios erstellt haben. 

Die AwSV gilt für Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen, sie gilt u.a. nicht für oberirdische Anlagen mit einem Volumen bis 0,22m³ bei flüssigen Stoffen oder einer Masse von 0,2 t bei gasförmigen und festen Stoffen.

Einstufung in Wassergefährdungsklassen (WGK 1-3)

Flüssige, feste und gasförmige Stoffe werden je nach Gefährdungspotential in eine von drei Wassergefährdungsklassen eingeteilt (WGK1 = schwach wassergefährdend, WGK2 = deutlich wassergefährdend, WGK3 = stark wassergefährdend).

Bei organischen Beschichtungsstoffen handelt es sich in der Regel um Stoffe der WGK 1 oder 2. Für Anwender von Produkten ist die WGK normalerweise im Sicherheitsdatenblatt zu finden.

Allgemeine Anforderungen

Als eine Anlage sind alle Anlagenteile, die in einem engen funktionalen oder verfahrenstechnischem Zusammenhang stehen, definiert. Dies ist z.B. der Fall, wenn zwischen den Anlagenteilen wassergefährdende Stoffe ausgetauscht werden oder ein unmittelbarer sicherheitstechnischer Zusammenhang gegeben ist. Zu einer Anlage gehört auch das Lager sowie vorhandene Rohrleitungen.

Anlagen müssen so beschaffen sein, dass das Austreten wassergefährdender Stoffe sicher verhindert wird. So sind z.B. bei Anlagen, die nur teilweise doppelwandig ausgerüstet sind, einwandige Anlagenteile mit einer Rückhalteeinrichtung zu versehen.

Anlagen müssen nach § 20 so geplant, errichtet und betrieben werden, dass die bei Brandereignissen austretenden wassergefährdenden Stoffe, Lösch-, Berieselungs- und Kühlwasser sowie die entstehenden Verbrennungsprodukte mit wassergefährdenden Eigenschaften nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zurückgehalten werden.

Anforderungen an Anlagen in Abhängigkeit von ihren Gefährdungsstufen

Anlagen müssen einer Gefährdungsstufe zugeordnet werden. Bei Stoffen der WGK1 gilt bis zu einem Volumen von 100 m³, bei Stoffen der WGK2 bis zu einem Volumen von 1 m³ die Gefahrenklasse A. Bei WGK2 gilt zwischen 1 m³ bis 10 m³ die Gefahrenklasse B und bis 100 m³ die Gefahrenklasse C. Eine Eignungsfeststellung nach § 63 Absatz 1 des WHG ist für Anlagen der Gefährdungsklasse A nicht erforderlich.

Eine Eignungsfeststellung ist für die Gefährdungsklassen B und C u. U. nicht notwendig, sofern ein CE-Kennzeichen das zulässige Klassen und Leistungsstufen nach WHG aufweist oder Zulassungen/ Nachweise nach § 63 Absatz 3 Satz 1 Nummer 2 und Satz 2 des WHG vorliegen.

Für alle Anlagen ist eine Anlagendokumentation zu führen. Für Anlagen ab Gefahrenklasse B hat der Betreiber eine Betriebsanweisung vorzuhalten, die einen Überwachungs-, Instandhaltungs- und Notfallplan enthält und Sofortmaßnahmen festlegt. Das Personal ist vor Aufnahme der Tätigkeiten und danach mindestens jährlich zu unterweisen. Bei Gefahrenklasse A reicht das Merkblatt zu Betriebs- und Verhaltensvorschriften beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen aus (als Anlage in der Verordnung enthalten).

Ab Klasse C (in Wasserschutzgebieten Klasse B) dürfen Anlagen nur von Fachbetrieben errichtet, von innen gereinigt, instandgesetzt und stillgelegt werden.

Anlage 5 regelt Prüfungsintervalle: Oberirdische Anlagen ab Gefahrenklasse B müssen vor Inbetriebnahme, ab Klasse C auch bei Stilllegung sowie wiederkehrend alle 5 Jahre geprüft werden. Die Prüfung muss durch Sachverständige durchgeführt werden. Nähere Informationen zu Prüffristen und weiteren Anforderungen können der beigefügten Übersicht aus der Gefahrstoff-Fibel der Firma Denios entnommen werden. Bei bestehenden Anlagen können die alten Prüffristen ggf. weiter gelten. Die Errichtung oder Änderung einer prüfpflichtigen Anlage muss 6 Wochen vorher bei der Behörde angezeigt werden, sofern keine Eignungsfeststellung nach § 63 Absatz 1 des WHG beantragt wird.

Anlagen in Schutz- oder Überschwemmungsgebieten unterliegen besonderen Anforderungen, so dürfen z.B. in der weiteren Zone von Schutzgebieten keine Anlage der Gefährdungsstufe D sowie keine unterirdischen Anlagen der Gefährdungsstufe C errichtet werden.

Anforderungen gemäß AwSV (PDF-Dokument)

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